Die Geschichte des Brandenburgischen Konzertorchesters Eberswalde

Das Eberswalder Orchester beging am 4. Juli 2015 sein 70-jähriges Jubiläum mit einem Festkonzert auf dem Marktplatz Eberswalde. Denn bereits im April 1945 begann der Musiker und Dirigent Max Reichelt mit dem Aufbau des hiesigen Ensembles. Mit Unterstützung des damaligen Stadtkommandanten gelang es ihm innerhalb kurzer Zeit, 48 ehemalige Berufsmusiker aus den Betrieben der Stadt zu holen. Fehlende Instrumente wurden den Musikern aus den Beständen der Armee sowie vom Eberswalder Musikinstitut „Franz Lützow“ kostenlos zur Verfügung gestellt. So konnte im Mai mit der Probenarbeit begonnen werden. Am 3. Juli 1945 kam es zum ersten öffentlichen Auftritt des „Städtischen Orchesters Eberswalde“, den das Publikum mit begeistertem Beifall feierte.

Impressionen

Staatliches Unterhaltungsorchester

Im Jahr 1948 folgte Max Reichelt einem Engagement an das Theater der Stadt Guben. Unter der Beibehaltung des Repertoires aus Sinfonie- und Unterhaltungskonzerten wurde die Leitung von Herrn Zerner und Herrn Francke übernommen.

Auf das Bitten der Stadt Eberswalde kehrte Max Reichelt 1965 nach Eberswalde zurück und übernahm das nun als „Staatliches Unterhaltungsorchester“ bezeichnete Ensemble. Unter Reichelts Leitung gewann das Orchester beste Qualität, so dass die Musiker regelmäßig in ausverkauften Häusern spielten. 1981 wurde zusätzlich Herr Siara als zweiter Kapellmeister eingestellt, der von 1983 bis 1990 die musikalische Leitung des Orchesters übernahm.

Konzertorchester Brandenburg

Seit 1989 den Namen „Märkisches Orchester“ tragend wurde der Eberswalder Klangkörper im Jahr 1992 aufgelöst. Doch bereits im Herbst gelang es, das Orchester als „Konzertorchester Brandenburg“ unter der Leitung von Heinz Igel zu neuem Leben zu erwecken. Viele Musiker aus aufgelösten Orchestern Berlins und Brandenburgs fanden in Eberswalde ein neues Zuhause.

Im Februar 1994 trat Holger Schella als Dirigent die Nachfolge Heinz Igels an. Im selben Jahr übernahm der Verein „Konzertorchester Brandenburg e.V.“ die Trägerschaft des Orchesters. Das seit 1999 als „Brandenburgisches Konzertorchester Eberswalde“ bezeichnete Orchester avancierte unter Schellas musikalischer und geschäftlicher Leitung zu einem wichtigen Standortfaktor des Landes Brandenburg, aus dessen Kulturlandschaft es längst nicht mehr wegzudenken ist. Darüber hinaus führen zahlreiche Gastspiele regelmäßig ins gesamte Bundesgebiet. Mit einem Repertoire von der Kaffeehausmusik, Operetten- und Operngalen über anspruchsvolle Kammerkonzerte bis hin zu farbenfrohen Bühnenproduktionen erfreuen sich die Auftritte des Orchesters in der ganzen Bundesrepublik großer Resonanz.

Gründung des Brandenburgisches Konzertorchester Eberswalde e.V.

Der gemeinnützige Verein „Brandenburgisches Konzertorchester Eberswalde e. V.“ ist seit dem 08.07.1999 Träger des Brandenburgischen Konzertorchesters Eberswalde. Das Orchester führt jährlich zwischen 160–200 Konzert- und Theateraufführungen im Land Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Berlin durch. Allein im Landkreis Barnim gibt der Klangkörper jährlich zwischen 60 bis 90 Veranstaltungen.

Mit Mozarts „Zauberflöte“ rief das Orchester im Sommer 2004 den „Choriner Opernsommer“ ins Leben. Das absolute Highlight für alle Klassik-Freunde sind die traditionell inszenierten Opern & Operetten im Zisterzienserkloster Chorin. Bekannt ist der „Opernsommer“ auch für seine Abendkonzerte im stimmungsvoll illuminierten Klosterschiff.

Produktionen wie die „Die Csárdásfürstin“, „Gräfin Mariza“ und „Eine Nacht in Venedig“ in Zusammenarbeit mit renommierten Bühnen sprechen als besondere Höhepunkte für sich.